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Bioenergie
Zukunftssicheres Energiepotenzial?
Seit Anfang diesen Jahrtausends wird vermehrt über erneuerbare Energiequellen gesprochen, da auch die Politik aufgrund des Klimawandels dieses Thema nicht mehr ignorieren kann. Neben Energiequellen wie Wind- und Solarenergie ist dabei auch immer wieder von Bioenergie die Rede, in die manche Länder gar ihre größten Hoffnungen stecken. Dies ist Grund genug, sich die Bioenergie einmal genauer anzuschauen und sich einen Überblick über die Energiegewinnung durch organisches Material zu verschaffen. Dabei geht es unter anderem um das Verfahren an sich, sowie natürlich auch um die Vorzüge und Problematiken, die dieses Thema mit sich bringt.
Was versteht man unter Bioenergie?
Bioenergie beschreibt einen Gesamtkomplex, der sich mit der Energiegewinnung aus Biomasse beschäftigt. Die Biomasse besteht aus verschiedenen Pflanzen, Hölzern, Stroh und auch organischen Abfällen, in denen sich immer noch ein Teil der durch die Photosynthese gespeicherten Sonnenenergie befindet. Der Name Bioenergie bedeutet dabei jedoch nicht, dass es sich bei den Pflanzen um Produkte aus Bio-Landbau handeln muss, da meistens sogar konventionell angebaute Pflanzen genutzt werden. Wird das Potenzial der Bioenergie nutzbar gemacht, ist damit auch immer ein Ausstoß an CO2 verbunden, wobei es sich um einen Teil des Treibhausgases handelt, der vorher durch die Photosynthese aus der Atmosphäre gezogen wurde.
Wie kann Bioenergie genutzt werden?
Die Bioenergie kann auf verschiedene Weise genutzt werden, wobei dann natürlich auch unterschiedliche Endprodukte entstehen. Eine der bekanntesten Nutzungsarten dürfte die Herstellung von Biokraftstoffen sein, die auch in der Öffentlichkeit ein breit diskutiertes Thema darstellt. Bei diesen Verfahren wird in vielen Fällen Öl aus der Biomasse gewonnen, aus dem durch weitere Verarbeitung zum Beispiel Biodiesel entsteht. Natürlich können Pflanzenöle auch direkt als Kraftstoff genutzt werden, jedoch erfordert dies eine Nachrüstung des jeweiligen Fahrzeugs. Biodiesel dagegen ist dem normalen Dieselkraftstoff sehr ähnlich und wird diesem deshalb mittlerweile zu einem geringen Anteil von 7% beigemischt. Auch Bioethanol gehört zu den Biokraftstoffen, die heute bereits als Beimischung zu konventionellen Kraftstoffen genutzt werden, was jedoch auch zu einigen Problemen führt, weil noch nicht jeder Motor wirklich darauf ausgelegt ist.
Biogas dagegen wird oftmals nicht nur als Kraftstoff genutzt, sondern leistet den größten Beitrag der Bioenergie zur Erzeugung von elektrischem Strom. Dabei wird die Biomasse in großen Tanks gelagert und mittels entsprechender Bakterienkulturen dazu gebracht, ein Gemisch aus Methangas und Kohlenstoffdioxid zu erzeugen. Das Methangas ist dabei der nutzbare Anteil und wird durch Verbrennung dazu gebracht, Turbinen zur Stromerzeugung anzutreiben. Darüber hinaus kann das Biogas auch als Kraftstoff für Erdgasfahrzeuge dienen, was momentan aufgrund eines sehr geringen Anteils von gasbetriebenen Fahrzeugen nur in kleinem Rahmen geschieht.
Vorteile der Bioenergie
Der Hauptvorteil der Bioenergie liegt darin, dass die benötigte Biomasse immer wieder nachwächst und die Energiequelle nicht irgendwann versiegt. Damit wäre die Bioenergie also eine gute Alternative zu fossilen Energieträgern. Darüber hinaus kann man in Bezug auf die Bioenergie auch von Umweltfreundlichkeit sprechen, wobei hier die Meinungen auseinander gehen. Während die Politik betont, dass Biokraftstoffe den CO2-Ausstoß, den sie verursachen, durch ihr vorheriges Wachstum bereits der Atmosphäre entzogen haben, sprechen einige wissenschaftliche Studien von einer zum Teil höheren Klimaveränderung durch Biokraftstoffe als durch fossile Energieträger, da bereits vorher zusätzliche Energie zur Gewinnung der Kraftstoffe aufgewendet werden muss. Werden dagegen nur organische Abfallprodukte genutzt, kann man auf jeden Fall von einer äußerst umweltverträglichen Energiegewinnung sprechen.
Nachteile der Bioenergie
Bei der Nutzung der Bioenergie ergeben sich natürlich auch einige Nachteile, da vor allem bei einer nachhaltigen Nutzung mit entsprechendem Pflanzenanbau der Bedarf an Anbauflächen extrem hoch wäre. Dies führt darüber hinaus zu einer Verdrängung der Anbauflächen für Nahrungsmittel, was insbesondere in Entwicklungsländern verheerende Folgen nach sich ziehen könnte. Ein weiterer Punkt in Bezug auf die Flächenproblematik liegt darin, dass immer mehr Regenwald abgeholzt wird, um dort Pflanzen für die Nutzung von Bioenergie anzubauen. Dazu kommt, dass Biokraftstoffe zum Teil sogar einen höheren CO2-Ausstoß verursachen, als fossile Energieträger, da man den Dünger und die Aktivierungsenergie mit einrechnen muss. Einige Studien kommen so zu dem Ergebnis, dass Biodiesel aus Raps momentan fast 1,5 mal so viel zur Erderwärmung beiträgt wie die vergleichbare Menge an fossilen Energieträgern.
Bioenergie - Fazit
Die Bioenergie kann ergänzend zu den anderen regenerativen Energiequellen durchaus dazu beitragen, dass der Energiebedarf der Menschen auch langfristig gesichert wird. Da bei der Nutzung der Bioenergie jedoch auch CO2 ausgestoßen wird, muss die Technologie so weit entwickelt werden, dass die Ökobilanz ein wesentlich günstigeres Ergebnis ausweist, als dies heute der Fall ist. Wissenschaftliche Studien sind sich jedoch einig, dass es durch eine effiziente Nutzung der Bioenergie später möglich ist, die benötigte Energie mit einem wesentlich geringeren Ausstoß an Treibhausgasen zu erzeugen. Darauf aufbauend kann man festhalten, dass auch die Bioenergie im Energie-Mix der Zukunft einen festen Platz haben wird.
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