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Super-GAU

Ein Super-GAU bezeichnet einen schweren Unfall in einem Kernkraftwerk, bei dem radioaktives Material an die Umwelt abgegeben wird. Ein Super-GAU geht damit über den so genannten "Größten anzunehmenden Unfall" (GAU) hinaus. Bei der Konstruktion eines Kernkraftwerks wird bei der Sicherheitsplanung auch von einem größtmöglichen Unfall ausgegangen, der von den Sicherheitsvorrichtungen der Anlage so beherrscht werden kann, dass die Umwelt nicht über die zulässigen Höchstwerte hinaus mit radioaktiver Strahlung belastet wird. Dieser gerade noch zulässige Auslegungsstörfall wird von den Kraftwerksplanern als GAU bezeichnet. Sind die Folgen eines Unfalls in einer kerntechnischen Anlage größer als die von den Planern in einem worst-case-Szenario vorausgeplanten, liegt ein Super-GAU vor, also ein auslegungsüberschreitender Störfall.

Schwere Unfälle bei Kernkraftanlagen, bei denen radioaktives Material in die Umwelt austrat, sind seit den 40er Jahren weltweit dokumentiert. Die Folgen waren oft die Verstrahlung von Kraftwerksmitarbeitern. Zu den schlimmeren Vorfällen gehörte der Brand im Kernreaktor Sellafield, Großbritannien, im Jahr 1957, bei der radioaktive Gase austraten, die in der Folgezeit den Krebstot Dutzender Menschen im Umfeld verursachten. Bei der Dampfexplosion eines Forschungsreaktors in Idaho Falls, Vereinigte Staaten, im Jahr 1960 wurden mehrere Mitglieder der Bedienmannschaft und der Rettungskräfte verstrahlt. Als bisher folgenschwerster Unfall in einer Kernanlage gilt die Kernschmelze und die sich anschließende Explosionsserie im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl im April 1986. Dieser Super-GAU hat viele Strahlenopfer unter den Rettungskräften und zahllose Krebserkrankungen der Bevölkerung zur Folge. Radioaktiver Fallout wurde in den Wochen nach dem Unfall bis nach Skandinavien und Westeuropa gemessen.

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